Entrümpler

Als Gerümpel werden Gegenstände bezeichnet, die mittlerweile unbrauchbar und für den Eigentümer wertlos geworden sind. Sie haben sich häufig über Jahre und Jahrzehnte hinweg angesammelt. Aus einem konkreten Anlass wie einer Haushaltsauflösung muss das Gerümpel beseitigt, das Haus muss entrümpelt werden. Die notwendige Hilfestellung dazu gibt der Entrümpler. Als selbstständiger Unternehmer ist er auf alle Arten und Formen des Entrümpelns vorbereitet und darauf spezialisiert. An seinem Wohnsitz hat er ein Gewerbe mit der Bezeichnung „Entrümpeln“ angemeldet und ist somit als selbstständiger Kleinunternehmer tätig. Er übernimmt Entrümpelungsaufträge wie Haus- beziehungsweise Wohnungsauflösungen.

Entrümpeln bedeutet in diesem Sinne, dass die aus Sicht des Eigentümers wertlosen und zu entrümpelnden Gegenstände mitgenommen sowie auf Kosten des Entrümplers entsorgt werden. Abhängig von dem jeweiligen Auftrag gibt es für ihn zwei Möglichkeiten zum Geld verdienen. Zum einen vereinbart er mit dem Auftraggeber einen Preis für das Entrümpeln. Er beinhaltet das Hinaustragen, eine eventuelle Demontage sowie den Abtransport und das letztendliche Entsorgen des Gerümpels. Hier werden die erbrachte Dienstleistung des Entrümpelns sowie die durch das Entsorgen entstehenden Fremdkosten bezahlt. Was für den Auftraggeber wertloses Gerümpel ist, muss nicht unbedingt pekuniär wertlos sein. Für den Eigentümer ist der alte Hausstand in erster Linie deswegen wertlos, weil er keine Wege und Möglichkeiten hat, ihn zu Geld zu machen, also zu verkaufen.

Für den Entrümpler ist diese Situation ganz anders. Aufgrund seiner Erfahrung und seines beruflichen Knowhows kann er durchaus abschätzen, ob unter dem größtenteils wertlosen Gerümpel das eine oder andere Stück zu finden ist, das sich, umgangssprachlich gesagt, zu Geld machen lässt. Er verkauft die werthaltigen Teile des Gerümpels und kann mit dem Verkaufserlös ein zweites Mal Geld verdienen. Dazu benötigt er ein dichtes und gut funktionierendes Netzwerk. Zu dem gehören Secondhandläden, Antikscheunen sowie Standbetreiber auf Antik- und auf Flohmärkten. In den meisten Fällen wird das werthaltige Gerümpel dort als Kommissionsware angeboten. Den Verkaufserlös teilen sich Verkäufer und Entrümpler nach einem vorher festgelegten Prozentsatz. Besonders wertvolles Gerümpel lässt sich vom Entrümpler auch direkt verkaufen, wenngleich der Verkaufserlös dann deutlich niedriger ist. Der Käufer muss das Gerümpel bei der Übernahme bezahlen und übernimmt damit das unternehmerische Risiko für den Verkauf.

Der Entrümpler muss als selbstständiger Unternehmer ein ausreichend großes Firmenfahrzeug haben. Er benötigt einige Mitarbeiter, die ihn beim Entrümpeln unterstützen und buchstäblich mit anfassen. Diese Mitarbeit ist in aller Regel ein Aushilfsjob auf Minijobbasis; gezahlt wird nach geleisteten Arbeitsstunden. Zum Kundenstamm eines Entrümplers gehören, wenn überhaupt, Firmen und Unternehmen. Privathaushalte sind einmalige Auftraggeber. Wenn deren Haushalt einmal entrümpelt ist, dann haben sie keine weiteren Aufträge zu vergeben. Insofern muss der Entrümpler ständig um neue Kunden bemüht sein. Zu seinen gängigen Werbemöglichkeiten gehören eine attraktive und informative Firmenwebsite sowie regelmäßige Kleininserate in der Tageszeitung beziehungsweise auch in den lokalen Anzeigenblättern zum Wochenende. Hier kann eine Dauerpräsenz über den nächsten Auftrag entscheiden.

Als ein zweites unternehmerisches Standbein bietet sich für den Entrümpler ein überschaubarer Umzugsservice an. Haushaltsauflösungen sind oftmals auch mit einem Wohnsitzwechsel verbunden. Viele Auftraggeber bevorzugen einen einzigen Auftragnehmer für alle anfallenden Arbeiten; vom Auszug über das Entrümpeln bis hin zum Einzug in die neue Wohnung. Das Entrümpeln ist oftmals auch mit Trauer und Wehmut für die Eigentümer verbunden. Sie müssen mit ansehen, wie ehemalige Wertgegenstände als wertlos entrümpelt werden. Wenn sich der Entrümpler in dieser Situation entsprechend einfühlsam und rücksichtsvoll verhält, dann spricht sich das schnell herum und kann durchaus den einen oder anderen Folgeauftrag bedeuten.